Bienen

von | 14. Aug 2023 | Aktuelles | 0 Kommentare

Bienen leisten einen wichtigen Beitrag für unser gesamtes Ökosystem. In diesem Artikel beleuchten wir ihre Aufgaben, warum sie so wichtig für uns Menschen sind und was jeder Einzelne von uns für ihren Erhalt beitragen kann.

Das Foto zeigt eine Biene, die auf einer Blüte landet

Honigbienen und Wildbienen – was ist der Unterschied?

Die Honigbienen leben ausschließlich in Bienenstöcken, wohingegen Wildbienen Einsiedler sind und sich ihren Nistplatz in der Natur suchen. Ca. 50 % der Wildbienenarten nistet unter der Erde. Andere mögliche Nistplätze bieten morsches Holz oder sogar leere Schneckenhäuser.

Die Honigbiene sammelt Blütenpollen und Nektar für den eigenen Bienenstamm. Die Wildbiene als Einsiedler hingegen sammelt die Nahrung nur für sich selbst zum eigenen Verzehr. Ein Teil der Wildbienenarten ist sogar auf wenige Pflanzenarten spezialisiert und richtet sich ihren Nistplatz in dessen Nähe ein. Die Pflanze liefert der Biene Nahrung und ist gleichzeitig abhängig von der Bestäubung durch die Wildbiene.

Aufgaben der Honigbienen im Bienenstock/innerhalb des Bienenvolkes

Honigbienen haben die verschiedensten Aufgaben  – einige bewachen den Stock, andere fliegen als Sammler aus, andere sind für das Heizen oder sauber machen zuständig. Insgesamt leben in einem Bienenstock rund 70.000 Bienen, von denen ungefähr 1.000 männliche Drohnen sind und eine einzige Bienenkönigin. Ansonsten besteht ein Bienenstock hauptsächlich aus den weiblichen Arbeiterbienen, die wiederum je nach Lebensalter verschiedene Aufgaben übernehmen.

Die Bienenkönigin und die männlichen Bienen (Drohnen)

Doch beginnen wir mit der Bienenkönigin. Sie steuert durch Pheromone das Leben im Bienenstock und legt die Eier. Dazu ist alleine die Bienenkönigin in der Lage, denn alle anderen weiblichen Arbeiterbienen sind unfruchtbar.

Die männlichen Drohnen haben keinen Stachel und hauptsächlich die Aufgabe, die Bienenkönigin zu befruchten. Außerdem helfen sie aber auch beispielsweise bei der Temperierung der Waden.
Die Befruchtung selbst geschieht beim sogenannten Hochzeitsflug, bei dem die Königin durch Botenstoffe viele Drohnen anlockt und sich mit mehreren hintereinander paart. Etwa 150.000 Eier werden dadurch jährlich befruchtet. Die Drohnen selbst sterben nach der Paarung.

Die Arbeiterbienen

Den größten Teil des Volkes machen die Arbeiterbienen aus, die alle weiblich sind, jedoch durch Pheromone der Königin in der Fruchtbarkeit gehemmt werden. Je nach Alter übernehmen sie  ganz unterschiedliche Aufgaben, wie beispielsweise das Putzen des Bienenstocks, die Regulation der Temperatur, die Pflege und Fütterung der Königin und des Nachwuchses und später natürlich auch das Sammeln von Nektar und Blütenstaub.

Weshalb sind Bienen so wichtig?

Bienen leisten einen enormen Beitrag  für unser Ökosystem. Sie produzieren nicht nur Honig, sondern tragen weitaus mehr zu unserem Überleben bei.  So ist die Biene nach dem Rind und dem Schwein das drittwichtigste Nutztier.

Eine Biene bestäubt bei einem ihrer Ausflüge ca. 200-300 Blüten. Durch die Pollen, die beim Nektar sammeln  an den Bienen hängen bleiben, bestäuben sie wiederum andere Blüten. Bei bis zu sieben Flügen am Tag sind das ungefähr 2.000 Blüten! So werden ca. 80 % aller Nutz- und Wildpflanzen durch die Bienen bestäubt und wachsen nur dadurch. Dank ihrer Arbeit können viele Nahrungsmittel wie Äpfel, Nüsse, Erdbeeren, Gurken, Kirschen und viele mehr angebaut werden und tragen Früchte. Ist das alleine nicht ein Grund, sie zu schützen?

Doch das ist noch lange nicht alles – ein einziges Volk produziert etwa 100 kg Honig pro Jahr. Etwa 70 kg davon benötigt das Volk für seine eigene Versorgung im Winter, wenn es keine Blüten mehr gibt. Ungefähr 20 bis 30 kg Honig pro Jahr können von den Imkern entnommen werden.

Bienenstock, Bienenschwarm beim Honig machen

Wie Bienen Honig machen

Die Bienen sammeln Nektar aus den Blüten und lagern ihn in ihren Honigmägen bzw. Honigblasen. Doch nicht nur aus dem Nektar stellen sie den Honig her, auch aus Honigtau, den sie auf Blatt- oder Nadelbäumen finden. Der Siebröhrensaft der Blätter wird dabei durch Insekten, wie zum Beispiel Blattläuse aufgenommen, die allerdings nur einen Teil des Saftes zur benötigen. Den Rest (Zuckerwasser) scheiden die Insekten wieder als Honigtau wieder aus. Diese zuckerhaltige Flüssigkeit nehmen die Bienen ebenfalls auf und speichern sie in ihrer Honigblase.

Zurück im Bienenstock
Zurück im Bienenstock, wird der Mageninhalt ausgewürgt. Eine Arbeiterbiene nimmt diesen Saft dann wieder auf, sammelt ihn ebenfalls in ihrer Honigblase und übergibt ihn an die nächste Arbeiterbiene.
Bei diesem Vorgang wird der Pflanzensaft mit körpereigenen Stoffen, unter anderem mit wertvollen Enzymen, angereichert. Gleichzeitig wird ihm Wasser entzogen, was nach und nach zur dickflüssigen Konsistenz des Honigs führt. Wie oft der Vorgang bis dahin wiederholt werden muss, haben die  Bienen im Gespür.

Was kann jeder von uns für den Schutz der Bienen tun?

Wir alle können zum Erhalt der Bienen beitragen, indem wir oftmals nur Kleinigkeiten in unserem Alltag ändern/integrieren.

  • Kräuter anpflanzen:

Ob als Topfpflanzen auf dem Balkon oder direkt im Garten, Kräuter bilden eine wunderbare Nahrungsquelle für Bienen. Ein paar Beispiele für sinnvolle Kräuter sind Thymian, Oregano, Basilikum, Strauchbasilikum und Minze.

  • Wildblumen säen:

Auch Wildblumen können sowohl im Garten, als auch auf dem Balkon in Blumenkästen angesät werden und bieten den Bienen eine tolle Nahrungsquelle. Klassische Beispiele hierfür sind die Sonnenblumen, Kornblumen und der Spitzwegerich.

Beim Kauf von Wildblumenmischungen sollte darauf geachtet werden, dass es sich um einheimische Blumen handelt. Außerdem können wir früh- und spätblühende Pflanzen aussähen, denn die Bienen benötigen von Februar weg bis in den Herbst hinein Nahrung. Einige Beispiele für Frühblüher sind: Haselnuss, Weiden (Palmkatzerl), Dirndl, Krokus, Sternhyazinthe, Traubenhyazinthe und der Blaustern.

Als Spätblüher können Lavendel (dieser blüht bis in den Herbst hinein), Chrysanthemen, Buschklee, Astern, Sommerflieder oder Efeu eingepflanzt werden. Auch Thymian trägt bis in den Herbst hinein noch Blüten.

  • Bio-Lebensmittel kaufen:

Denn Bio-Lebensmittel werden ohne Pestizide angebaut und schützen dadurch den Lebensraum der Bienen.

  • Honiggläser nur gespült in den Glascontainer werfen:

Denn die Bienen finden in nicht gespülten Gläsern die leckeren Reste, die aber gefährlich für sie sind. Sie können dadurch gefährliche Keime in ihren Stock schleppen.

  • Bienentränke aufstellen:

Wenn keine natürliche Wasserquelle in der Nähe ist, könnt ihr den Bienen eine kleine Tränke aufstellen. Zum Beispiel eine kleine Schale mit Wasser, ein paar Steinchen, Stöcken und/oder Moos. Da Bienen nicht schwimmen können, sollte man ihnen eine einfache und flache Möglichkeit zum Landen bauen, damit sie nicht ertrinken. Außerdem sollte das Wasser regelmäßig gewechselt werden.

  • Bio-Saatgut für Gemüse verwenden:

Beim Pflanzen von Gemüse nur Bio-Saatgut verwenden. Die anderen sind meist mit Pflanzenschutzmitteln bearbeitet. Das schützt zwar die Pflanzen vor Schädlingen aber ist auch Gift für die Bienen.

  • Dünger selbst herstellen aus natürlichen Mitteln.
  • Garten wild und unordentlich halten:

Denn ein wilder Garten bietet den Insekten (nicht nur den Bienen) die Vielfalt, die sie benötigen, um sich einzunisten und Nahrungsquellen zu finden.

  • Bienenhotel einrichten:

Ein Bienenhotel kann man entweder kaufen oder beispielsweise Totholz verwenden und Löcher bohren oder einfach so aufstellen, damit die Bienen ihre Nestgänge selbst nagen können.

  • Bio-Honig kaufen:

Für die Herstellung von Bio-Honig werden keine chemischen Bienen-Medikamente eingesetzt und keine Pollen aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Außerdem keine Monokulturen sondern Pflanzenvielfalt) Oder auch regionalen Honig, hier über Herstellung informieren.

  • Bienenpate werden oder anderweitig Projekte unterstützen:

Es gibt viele Organisationen, die sich für den Schutz der Bienen einsetzen. Einige davon sind:

Bienenretter
Mellifera e. V. Initiativen für Biene, Mensch, Natur
Nabu-Stiftung
Deutschland summt

Falls dich deren Arbeit interessiert, informiere dich, wie du unterstützen kannst. Vielleicht ist auch eine Bienenpatenschaft das richtige für dich.

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Gefahren für die Bienen

Wieso Bienen sterben

Feinde / für´s Aussterben verantwortlich:

Wie es zu dem Bienensterben in vielen Teilen der Erde kommt, ist noch nicht durchgehend erforscht. Doch einige Ursachen liegen auf der Hand.

Natürlich trägt der Mensch an sich bereits zum Bienensterben bei. Durch unsere Bebauung, vor allem in großen Städten und die Veränderungen, die der Mensch in den letzten Jahren in der Natur vorgenommen hat, bieten sich für die Bienen weniger Nahrungsquellen und sie verlieren einen Teil des Lebensraums. Auch durch viele monotone Gärten ohne Pflanzenvielfalt finden die Bienen immer weniger Nahrung. Ein Grund mehr, den eigenen  Balkon oder Garten zu nutzen, um den Bienen etwas  Vielfalt zu schenken.

Monokulturen und Pestizide/Insektenschutzmittel

Bienen brauchen ein vielfältiges Nahrungsangebot. Durch die moderne Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden die Bienen allerdings stark bedroht.
Die angelegten Monokulturen bieten kaum Nahrungsquellen oder Unterschlupf und schon gar nicht decken sie den Zeitraum ab, in dem Bienen auf Nahrungssuche sind (Frühjahr bis Herbst). Außerdem kommen hier giftige Pestizide zum Einsatz, die nicht nur die Insekten töten, sondern auch das Nervensystem der Bienen angreifen und für sie tödliche Folgen haben können. Fliegen Bienen durch Wolken aus Pestiziden oder bringen sie die vergifteten Pollen zur Nahrungsaufnahme für die Jungtiere in den Bienenstock, wird es nicht nur für die einzelne Biene gefährlich. Oft werden sie durch die Mittel aber auch orientierungslos und finden erst gar  nicht mehr zum Bienenstock zurück.

Die Varroamilbe

Einer der größten Feinde der Bienen ist die Varroamilbe. Sie wurde  1977 aus Asien eingeschleppt und ernährt sich vom Blut der Bienen. Durch die Bisswunden werden weitere gefährliche Viren übertragen und können ganze Bienenvölker auslöschen. Bevorzugt befällt die Varroamilbe die Bienenbrut und legt dort Eier.

Vielfältige Nahrungsquellen aus Blumenwiesen sorgen für ein gutes Immunsystem beim Nachwuchs. Erhalten diese Nahrungsvielfalt nicht, sind sie anfälliger für Parasiten wie die Varroamilbe.

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